Hierbei handelt es sich um Mitarbeiter aus Medizin und Gesundheits- und Krankenpflege, die sich mit dem Thema des „medizinisch-pflegerischen Wundmanagements" intensiver und in externen Schulungen auseinander gesetzt haben. Die Unterstützung die durch diese Experten angeboten wird soll als Empfehlung zur Wundtherapie verstanden werden.
Ziele:
1. Wunddiagnostik (Abklärung der Wundursache)
Hierzu zählen differentialdiagnostische Maßnahmen durch den Arzt erhoben wie die Abklärung von Hypertonie, Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen des Gefäßsystems sowie der Erhebung des Ernährungszustands und des neurologischen Status. Dazu kommt noch die Blutbestimmung. Erstellung einer Anamnese unter Berücksichtigung von Eigen- und Fremdanamnese, Verlegungsberichten, Arzt- und Pflegebericht sowie biografischen Daten. Nach Beurteilung der aktuellen Wundsituation und im Abgleich mit den erhobenen Daten erfolgt eine individuell für den Patienten angepasste Wundtherapie.
2. Therapieplanung
Neben der fachlichen Kenntnis, die eine Pflegekraft hat, liegt die Verantwortung für die richtige Vorgehensweise bei dem behandelnden Arzt. Dies schließt aber nicht aus, dass die Pflegekraft mit dem zuständigen Arzt sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten sollte. Die Kombination der praktischen Erfahrung von Arzt und Pflege führen zu einer hohen Behandlungskompetenz die sich für Patient und dessen Behandlungserfolg positiv auswirken können.
Der Behandlungsplan und dessen Kriterien:
3. Dokumentation und Verlaufskontrolle
Dokumentation ist eine Anforderung durch Gesetzgeber und Kostenträger. Ziel ist es eine erfolgreiche oder aber ineffiziente Maßnahme nachvollziehbar zu machen um weitere verbesserte Schritte abzuleiten. Ein weiterer Aspekt der Dokumentation ist, medizinische und pflegerische Leistungen transparent und nachvollziehbar zu machen, was eine bessere Beurteilung des Heilungsverlaufs zulässt.
Dokumentiert werden folgende Punkte:
Der Erfolg der Wundbehandlung hängt auch von der Kommunikation zwischen dem Arzt, der Pflegekraft und dem Patienten bzw. dessen Angehörigen ab. Sollte es hier zu Problemen kommen, ist die Wunddokumentation ein probates Mittel, um Fehler zu vermeiden.
Der Einsatz von modernen Wundversorgungsprodukten führt zu positiven qualitativen Effekten. Diese beziehen sich auf die Qualität der medizinischen Versorgung und auf die durch die Verkürzung der Behandlungsdauer hervorgerufenen patientenorientierten Auswirkungen. Der Wundheilungsprozess wird beschleunigt, die Schmerzen beim Verbandswechsel sowie die Möglichkeit einer Wundinfektion verringert.
Kostenvergleich:
Ein Vergleich der durchschnittlichen Kosten zeigt deutliche Vorteile der modernen Wundversorgung gegenüber einer traditionellen Versorgung.
Im ersten Schritt werden die durchschnittlichen Materialkosten pro Verbandwechsel kalkuliert.
Im zweiten Schritt werden unter Beachtung der vorliegenden Kosten pro Verbandwechsel für die traditionelle bzw. moderne Wundversorgung die durchschnittlichen Materialkosten pro Behandlungswoche kalkuliert.Die reinen Materialkosten pro Verbandwechsel sind für herkömmliche Verbände sicherlich günstiger. Aber bereits unter Berücksichtigung der Wechselfrequenz innerhalb einer Woche wird deutlich, dass schon bei den Material- und Sachkosten die moderne Wundversorgung die wesentlich kostengünstigere Alternative ist.
Im dritten Schritt werden nun die Personalkosten pro Woche berechnet (Stand: 2005). Bei einem täglichen Einsatz in Höhe von 16,64€, bei zweitäglichen Einsätzen von 29,63€. Abschließend erfolgt die Addition von Material- und Personalkosten.
Ergebnis:
Die oben angeführten Berechnungen ergeben eindeutig, dass die Verwendung moderner Wundversorgungsprodukte trotz höherer Materialstückkosten bei gleichzeitig geringeren Tagestherapiekosten zu deutlich geringeren Gesamtkosten führt. Insgesamt gesehen würde die Bilanz der Behandlung mit modernen Wundversorgungsprodukten gegenüber traditionellen Methoden noch günstiger ausfallen, wenn weitere Kostenfaktoren wie der Verbrauch von Schmerzmitteln bzw. Antibiotika einkalkuliert würde. Außerdem ergeben sich ein schnellerer Heilungsverlauf und eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität der Patienten.